Stadtgeschichte
 
Schulgeschichte
thematisch
staufische Stadt und Reichsstadt:
Der befestigte staufische Marktort Bopfingen ("burgus") wird im 13. Jh. von den Staufern zur Stadt erhoben. Im 14. Jh. wird Bopfingen zur "Reichsstadt" und bleibt dies bis 1803.

 

bayerische und württembergische Stadt:
1803 gelangt Bopfingen durch den Reichsdeputationshauptschluss in den Besitz Bayerns. Da Napoleon 1810 Württemberg für seine Teilnahme am Krieg gegen Österreich belohnen möchte, erhält Württemberg einen ca. 10 km breiten Streifen im Osten, auf dem u.a. Bopfingen liegt.

 

Schulaufsicht:
Bis ins 16. Jh. liegt die Schulaufsicht bei der Kirche, danach bei der Stadt, seit dem 19. Jh. bei dem Königreich Württemberg und seit 1952 bei dem Bundesland Baden-Württemberg.

Schulgebäude:
Bis ins 16. Jh. fungierte wahrscheinlich das - nicht erhaltene -
"Uralte Schulhaus" (Ecke Bahnhofweg/Stadtgraben, heute Standort des Evangelischen Gemeindehauses) als Lateinschule. Danach wurde der Vorgängerbau des "Präzeptorhauses"  (Kirchplatz 3) zum Bopfinger Schulhaus. 1814 wurde dieses "Alte Schulhaus abgerissen und bis 1815 an seiner Stelle als Schul- und Lehrerwohnhaus das - erhaltene - "Präzeptorhaus" errichtet. Es fungiert bis 1856 als Lateinschule. (Erst 1938 wird der Schulsaal im Erdgeschoss umgebaut, als dort eine Lehrküche für den Hauswirtschaftsunterricht eingerichtet wird. In den 1980er Jahren geht das Gebäude von der Stadt in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde über und dient seither als Messnerwohnung. 

chronologisch
Ritter Ulrich vor der Stadtmauer
Um Steuern zu sparen, zieht Ritter Ulrich Anfang des 14. Jhs. vor die Stadtmauer. 1378 wird seine Burg von den Bopfingern zerstört.
Pest 1348/49
Durch die große Pest wird die Bevölkerung in Europa um 1/3 reduziert. Auch Bopfingen bleibt nicht verschont.
Zweite Stadtmauer (2. Hälfte 14. Jh.)
Nach der großen Pest kommt es in ganz Europa zu einem starken Städtewachstum. In Bopfingen wird der östliche Teil der alten Stadtmauer abgerissen und z. B. das "Seelhaus" in den neuen Ostteil einbezogen.
14. Jh Schulzeugnis von 1342
Dieses Schulzeugnis ist die früheste Quelle zur Schulgeschichte Bopfingens.  

 

Freie Reichsstadt (seit 1422)
Wie alle Reichsstädte heißt auch Bopfingen seit 1422 "Frei", d.h. ohne Pflichten gegenüber dem König.
Bopfingen im Schwäbischen Bund (1488-1534)
Bündnis schwäbischer Städte und Fürsten gegen die aggressiven bayerischen Herzöge. Manchmal tagte der Schwäbische Bund in der "Bundesstube" des Nördlinger Rathauses.
15. Jh. Schulmeister Ulrich Haynolt
1423 erwähnt.
Schulmeister Hans Gugger
1459 erwähnt.  
Bopfinger Mirakelbuch (1512)
24 Pergamentblätter von 1512, auf denen 178 "Wunder" des Heiligen Blasius aufgelistet werden. Die Bopfingen Pfarrkirche (heute evang. Stadtkirche) verfügte seit 1465 über eine Blasius-Reliquie, nämlich einen Oberarm-Knochen des Heiligen.
"Ipfhaufen" im Bauernkrieg (1525)
Am 10. März legen Bopfinger Bürger dem Rat eine Petition vor, die u.a. die Forderung enthält, das Kirchheimer Kirchenpatronat in Bopfingen abzuschaffen. Als es zu keiner Einigung kommt, ziehen ca. 300 Bauern auf den Ipf, wo sie vor allem gegen die oettingischen Grundherren protestieren. Am 29. März wandert der Ipf-Haufen zum Deininger Haufen, der sich Anfang April jedoch selbst auflöst.
Bopfingen wird im Schmalkaldischen Krieg evangelisch (1546)
Als durch den Schmalkaldischen Krieg eine Entscheidung unausweichlich wird, tritt Bopfingen im Sept. 1546 dem Schmalkaldischen Bund bei und wird damit endgültig evangelisch. Kaiser Karl V., der während des Schmalkaldischen Krieges vom 26.-29. Nov. im verteidigungsunfähigen Bopfingen lagerte, soll beim Abzug gesagt haben: "Par Dio, dem Städtlein haben wir's grob gemacht."
16. Jh. 1546-15.. Präzeptor Leonhard Kraftmaier
Seit 1546 wird der Schulleiter "Präzeptor" genannt.
15..-1552 Präzeptor Adam Vögelin
"Teutscher" Zug
(seit 1550er Jahre)
In Folge der Reformation erhält die Lateinschule einen deutschen Zug.
1553-1557 Präzeptor Georg Kaiser
1557-1568 Präzeptor Isaac Ammerbach
1568-1573 Präzeptor Ernst Caspar
1577-1578 Präzeptor Franck Caspar
Kirchen- und Schulordnungen

In der 2. Hälfte des 16. Jhs. werden die Kirchen- und Schulordnungen mehrmals erneuert.
"Altes Schulhaus" wird Schulgebäude der Knaben- und Lateinschule (1577)
Die lateinische und die deutsche Abteilung wurden in einem Raum mit einer Eingangstür und einem Ofen unterrichtet, der lediglich durch eine Bretterwand leicht unterteilt war.

 

Bopfingen im Dreißigjährigen Krieg (1618-16348)
Im Nov. 1630 wird Bopfingen nach Belagerung zur Annahme des katholischen Glaubens gezwungen (bis 1632). Als das ebenfalls evangelische Nördlingen im Aug. 1634 von kaiserlichen Truppen belagert wird, lagern die Schweden mit ca. 20.000 Mann vom 23. August bis 5. Sept. auf dem Breitwang (oberhalb Bopfingens). Am 6. Sept.1634 findet die Entscheidungsschlacht auf dem Albuck (bei Nördlingen) statt (Kupferstich von Matthias Merian).

 

17. Jh. Präzeptor Georg Feil (1624-1629)
Präzeptor Johann Hechler (1629-1634 )
Präzeptor Hiob Herrnschmidt (1634-1646 )
Präzeptor Jeremias Aulber (1647-1649 )
Präzeptor Leonhard Mauskönig (1649-1678 )
Präzeptor Daniel Schmidt (1678-1703 )
Bopfingen von europäischen Kriegen vor allem finanziell berührt (1703)
Das Jahrhundert beginnt mit dem spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714). Später folgt der Siebenjährige Krieg (1756-1763) und schließlich der Erste Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich (1792-1797). Als die Franzosen 1796 über den Rhein vordringen, schließt das Herzogtum mit ihnen einen Waffenstillstand, der ihnen das Durchzugsrecht zugesteht. So befinden sich im August 1776 Franzosen in Bopfingen.
18. Jh. Präzeptor Johann Jöstel (1703-1713)
Präzeptor Salomo Pfister (1713-1714 )
Präzeptor Georg Michael Metzger (1714-1716 )
Präzeptor Adam Haack (1716-1724 )
Haack ist anschließend Diakon (1724-1743). Aus seiner Familie gibt es bis heute Nachfahren in Bopfingen-Oberdorf.
Präzeptor Ludwig Adam Weiler (1724-1743 )
Weiler hatte bereits 1722 in einer Schrift das 1614 erstmals erwähnte Rutenfest erklärt. Er ist anschließend Stadtpfarrer (1743-1764).
Präzeptor Johannes Hieber (1743-1752 )
Präzeptor Gottwalt Schatzmann (1752-1766)
Schatzmann ist 1764-1766 zugleich stellvertretender Diakon, danach ausschließlich Diakon (1764-1798) und schließlich Stadtpfarrer (1798-1800).
Präzeptor Ernst Gottlieb Weiler (1766-1785 )
Präzeptor Johann Balthasar Groß (1785-1786)
Präzeptor Michael Matthäus Zink (1786-1795)
Präzeptor Felix Buttersack (1795-1798 )
Buttersack ist anschließend für zwei Jahre Diakon (1798-1800), dann Stadtpfarrer (1800-1849).
Präzeptor Georg Balthasar Weiler (1798-1800 )
Weiler ist anschließend Diakon (1800-1829).  

 

Bopfingen wird bayerisch (1803)
Durch den Reichsdeputationshauptschluß verliert die Freie Reichsstadt Bopfingen wie die anderen Reichsstädte ihre Selbstherrlichkeit und wird bayerisch.
Bopfingen im 3. Koalitionskrieg (1805)
Im 3. Krieg der Koalition gegen Napoleon dringt Österreich durch das neutrale Bayern bis Ulm vor. Napoleon reitet am 6. Okt. von Aalen über Bopfingen nach Nördlingen.
Bopfingen wird württembergisch (1810)
Im Vertrag von Compiègne (24.April 1810) erhält Württemberg einen ca. 10 km breiten Streifen im Osten, auf dem u.a. Bopfingen liegt. Verwaltungstechnisch untersteht Bopfingen 1811 bis 1938 dem Oberamt Neresheim (seit 1938 gehört Bopfingen zum Kreis Aalen).
Besuch des Königs Friedrich I. (1811)
Der württembergische König besucht Bopfingen am 10. Juli 1811.

 

19. Jh. Präzeptor Christoph Karl Jäger (1800-1801)
Provisorischer Unterricht durch den Zeugmacher Schazmann an der Lateinschule (1801-1817)
Aufgrund des geringen Gehalts findet sich 1801 kein neuer Präzeptor. Deshalb unterrichtet provisorisch ein früherer Zeugmacher, der jedoch nicht einmal den in der Knabenschule eingeführten Fächern gewachsen ist.
Schulordnung von 1809
U. a. verbietet die Schulordnung "höhnisches Verlachen" von Bettlern und Juden auf dem Schulweg.
Bau des "Präzeptorhauses" an der Stelle des "Alten Schulhauses" (1814-15)
Die Initiative für den Neubau liegt bei Stadtpfarrer Buttersack, denn das Präzeptorenamt bleibt von Oktober 1814 bis zum Dienstantritt Holzbaurs 1817 verwaist.
Präzeptor Christoph Johann Holzbauer (1817-1856)
Holzbauer erteilt seit 1830 Französisch-Unterricht. Er führt den Turn-Unterricht in Bopfingen ein, vernachlässigt allerdings - nach Meinung des Königlichen Studienraths in Stuttgart (entspricht dem heutigen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport) - den Deutsch-Unterricht. Er bleibt auch nach der Errichtung des "Neuen Schulhauses" 1847, das als Realschule fungiert, bis zu seinem Tod 1856 als Lateinlehrer tätig.